Heute Aus- und Überfahrt mit Klaus

Der Tag fing heute gut an. Aufgrund unseres Ausnahmezustandes ( Wasser an Bord ) bekam ich gestern zahlreiche wirklich gute Ratschläge von Segelfreunden.

So hat mir mein Freund Andy eine Möglichkeit empfohlen meine Törns bei der Deutschen Gesellschaft für Seerettung anzumelden. Das habe ich dann auch gemacht. Alles eingetragen. Name , Adresse , Telefon,  Notfallkontakt ( ist meine liebe Frau Josi) . Da ich aber meine erste Fahrt für heute eingetragen habe und die Abfahrt und Ankunfttszeit verwechselt habe wurde meine Frau heute morgen 8:00 Uhr von der DGzRS per SMS darüber informiert, dass ich überfällig bin. Entsprechend Aufgeregt hat Josi heute morgen Klaus und mich aus demSchlaf gerissen. 

Heute morgen haben wir dann doch noch eine Fettpresse ausgeliehen bekommen. 

Klaus ( der kleine Mustang ) hat dann sein bestes gegeben. Ihr müsst wissen die Welle ist mindestens 1 Meter unter der Klappe. Da braucht man lange Arme oder weniger Bauch. Beides habe ich nicht und so musste  Klaus ran.

Danach haben wir dann Stück für Stück die Baustelle auf dem Boot beräumt und haben abgelegt. Ab heute muss soviel wie möglich gesegelt und nur kurz vor dem Hafen die Maschine genutzt werden.

Klappte aber heute wunderbar. Kallsup hat nicht mehr Wasser genommen als sonst auch. Damit können wir leben.

Danach hatten wir dann aber einen wirklich schönen entspannten Tag.

Der Hafen von Hanö ist wunderbar und sehr idyllisch. Nur der Bierpreis im Restaurant, 2 Bier für 18 €,  hat uns sofort aufs Boot zurück getrieben.

Eigentlich hatten wir geplant,in Etappen nach Rügen zu segeln. Da wir aber laut Wetterbericht ab Freitag ziemlich Wind auf der Ostsee bekommen sollen, haben wir gerade entschieden morgen 8:00 Uhr noch etwas Propangas zu kaufen und dann direkt Kurs auf Rügen zu nehmen. 95 nm auf direktem Weg wird eine lange Fahrt durch die Nacht. Aber dafür sind wir dann in der Heimat und das Bier ist wieder bezahlbar.

Klaus ist angekommen

Habe seit gestern Abend wieder Gesellschaft an Bord. 

Mein Freund Klaus ist gestern mit dem Zug bis Malmö gekommen. Dann wurde der gebuchte Zug ersatzlos gestrichen und er legte die restlichen 150 km mit dem Taxi zurück.

Das Wiedersehen war grandios.

Tagsüber hatte ich schon vieles vorbereitet und dazu erstmals mein Bordfahrrad eingeweiht. So ein Fortbewegungsmittel im Hafen ist schon sehr hilfreich. Zum Beispiel war der Supermarkt 3,5 km entfernt und so kein Problem.

Heute waren wir dann gemeinsam bei der benachbarten Fischräucherei und haben eingekauft.

Resume: 1 kg Garnelen sind schneller gegessen als gepult.

Abenteuer gibt es nicht nur auf See

Ich dachte ursprünglich, dass ich auf meiner Reise Abenteuer auf See , zum Beispiel bei hoher See oder beim Anlegen im Hafen erleben würde.

In den letzten beiden Tagen wurde ich aber eines besseren belehrt.

Zunächst musste ich feststellen, das Kallsup mehr Wasser nimmt als das noch gesund ist. Anfangs musste ich nur auf Fahrt alle Stunde einen halben Liter auspumpen. Später war es schon ein ganzer Liter und auch über Nacht im Hafen kam was in die Bilge.

Mitsegler gaben mit Ratschläge die Kühlwasserpumpe und die Moterhalterung zu überprüfen. Beides schien intakt. 

Gott sei Dank hatte ich mich mit meinem Freund Klaus in Karlshamn verabredet. Hier im Hafen finden sich neben zahlreichen Restaurants und guten Serviceeinrichtungen auch Vertretungen von unterschiedlichen Bootsausrüstern.

Gestern bin ich nun losgezogen um einen Monteur zu finden, der helfen kann.

Eigentlich sind alle ausgebucht bis August. Aber der Satz „ I get water in the boat and want to go to Germany“ lies aufhorchen. So wurde ich von einer Werkstatt zur anderen weitergeleitet und fand am Schluss Joakim ein sympathischer Schweden der nach einer kurzen Inspektion feststellte „ you cannot come to Germany by boat „ und „ it’s the stuffing sleeve on the driveshaft when the space sinks your boat „ Auf deutsch „ es ist die Stopfbuchse an der Antriebswelle, wenn die Platz sinkt dein Boot „

Nun versprach er aber zu helfen. Ich habe mittlerweile meine Backskiste beräumt, sodass ein Zugang zur undichten Stelle überhaupt möglich ist. Nun sitzen Klaus und ich untätig hier rum und warten auf Joakim. 

Alles wird gut. Bald geht es wieder weiter.

Das zweite Ereignis das mich in den vergangenen Tagen in Anspruch nahm war das verbrauchte Datenvolumen auf meinem Handy. 

Ich habe seit längerem, gerade für diese Fahrten im Ausland, bei O2 einen Vertrag mit unbegrenztem Datenvolumen. Leider musste ich vor zwei Wochen feststellen, dass O2 irgendwann seine Konditionen für Daten im Ausland geändert hat. Bald schon waren die möglichen 50 GB verbraucht und dann auch das zusätzliche Volumen das mir dann noch zur Verfügung stand.

Genau gestern kurz vor dem Einlaufen im Hafen war es vorbei mit Internet.

Erst jetzt durfte ich feststellen wie abhängig man mittlerweile von dieser Technik ist.

Beim Anmelden im Hafen benötigt man das Internet. Ohne Anmeldung bekommt man aber keinen PIN-Code , der für die Nutzung / Zugang der Toiletten und Duschen nötig ist.

Meine Frau meinte „ Dann melde ich dich halt an“ 

ich sagte „ ich kann das Schild nicht lesen“ 

Sie: „ dann übersetzt doch“

Ich : „geht nicht ohne Internet „

Sie : „schicke ein Foto“

Ich :“ geht nicht ohne Internet „

Gestern ist dann auch mein Freund angekommen. Ich hätte ihm eigentlich meinen Standort per WhatsApp schicken. Aber ohne Datenvolumen nicht möglich.

Wetterbericht? Ist nicht

Wo ist der nächste Supermarkt zum einkaufen? Ohne Google muss man sich wieder durchfragen 

Extrem diese Abhängigkeit. Aber jetzt geht es wieder und ich kann euch auch wieder Reiseberichte schreiben.

Wunderschöner Tag mit gutem Ende

Tschüss Karlskrona

Bin relativ spät heute morgen los gekommen. Hatte aber sofort nach der Ausfahrt Idealen Wind von Achtern.

So ging es mit 4 – 6 Knoten durch einen schönen Schärengarten.

In der Mitte galt es durch eine Brücke zu kommen, die OP nur stündlich öffnet. Da musste Kallsup mal richtig ran. Ich glaube so habe ich sie noch nie getreten. Tat mir auch ein bisschen Leid. Aber eine Stunde im Kreis fahren ist auch blöde.

Plötzlich merkte ich, dass ich mehr Wasser und Motoröl in der Bilge ( das ist ganz unten im Schiff) habe. Einmal die Woche pumpen ist bei so einer alten Dame ja nicht unnormal, aber jede Stunde ? Da wird einem doch ein bisschen komisch.

Ich bin erstmal in meine Marina gefahren und habe einen schönen und sicheren Platz für uns gefunden.

Nach dem obligatorischen Anlegewein ( Bier ist keines mehr an Bord ) habe ich dann systematisch mein Boot zerlegt.

Aus dem Wassertank kam nichts, aus dem Motorraum ( hier wären einige Stellen die Wasser aus dem Meer aufnehmen könnten) kam Gott sei Dank auch nichts.

Nach einer gefühlten Stunde fiel mir auf , dass die Pumpe zwar pumpt, aber nach Beendigung ihrer Aufgabe sehr viel Flüssigkeit zurückfließt.

Damit kann ich erstmal leben. Muss nur prüfen ob ich eine neue Pumpe brauche und woher das Wasser vorher kam.

Trotzdem so geht es vermutlich morgen erstmal weiter.

Das hat man davon wenn man sich mit alten Frauen auf Reise begibt. Bleibt spannend.

Da liegt einer der die Einfahrt nicht geschafftt hat. Sieht fast wie ein U-Boot aus wollte aber nicht näher ran fahren . 😧

War trotzdem schön heute . Harry

Heute feiert Schweden Mittsommer

Habe mich dem Festtag entsprechend in Schale geworfen und bin nun mit meinen Bootsnachbarn Uwe und Sandra losgezogen um in einem Park , 4 km entfernt , ein schwedisches Mittsommer Fest zu erleben.

Als wir ankamen war noch sehr wenig Publikum da. Schweden feiern einfach anders als wir. Bei uns hätten zahllose Fress- und Getränkebuden geöffnet. Und hunderte wären lauthals zum Festplatz gepilgert.

Hier kam die Bevölkerung fast unmerklich einer nach dem anderen mit Picknickkörben und Decken unter dem Arm und suchten sich einen Schattenplatz am Rande des Platzes. In Deutschland hätten sich die meisten um einen Platz in der ersten Reihe bemüht.

Laut Programm sollte es dann um 12:40 beginnen, da wurde aber immer noch vorbereitet. Bloß keine Hektik. Hier ist vieles entspannter.

Mit einer halben Stund Verspätung und ohne Aufsehen fingen Mütter mit ihren Kindern dann an zu tanzen.

Meinen Bootsnachbarn  war es dann doch zu unspektakuläre. Mir vielleicht auch. 

Letztlich zogen wir es vor uns in der Innenstadt umzusehen ob es dort mehr zu erleben gibt.

Weit gefehlt. Die Innenstadt war fast Menschenleer. 

Schweden leben und feiern anders.

Sieben BlumenBearbeiten

Unverheiratete Mädchen pflücken in der Nacht sieben Sorten wilder Blumen von sieben verschiedenen Wiesen, die sie dann unter ihr Kopfkissen legen. Dann sollen sie der Legende nach von dem träumen, den sie irgendwann einmal heiraten werden. Sie müssen beim Pflücken absolut still sein und am nächsten Tag dürfen sie niemandem erzählen, von wem sie geträumt haben, sonst geht der Traum nicht in Erfüllung.