Segler Vita

Mein Lebenslauf (als Segler):

Mein Lebenslauf (als Segler):

Mein Name ist Harry Reuter
Geboren bin ich am 23. September 1959 in Würzburg (Unterfranken)
Meine Jugend verlief unspektakulär und wohlbehütet an verschiedenen Wohnorten in Süddeutschland.
1985 dann lernte ich am Starnberger See die Freude am Segeln kennen.
Ich machte kurz darauf meinen Segelschein am Ammersee.
Bereits 1988 startete ich meinen ersten Törn in Pula / Istrien auf einer Dehler 28.
In den Jahren danach erhöhten sich jährlich die Bootslängen und es wechselten die Reviere.
Anfangs zog es mich ins östliche Mittelmeer. Danach erkundete ich die deutsche Ostsee und kam dann wieder ins Mittelmeer, diesmal aber vorwiegend Mitte und westlich zurück.

Er hat den Ozean bezwungen: Den Ozean kann man nicht bezwingen, so wie sich selbst, einen Gegner oder Konkurrenten. Dem Ozean kann man sich nur gelehrig anvertrauen, wachsam seine Kräfte erkennen und nutzen und mit Begeisterung über die Wellen dahingleiten.

Nach meinem Abschied aus dem aktiven Berufsleben entschied, ich meine Träume nun endlich zu verwirklichen. Ich begab mich zunächst zweimal auf den Jakobsweg und startete dann 2019 von Martinique auf den Atlantik. Dies allerdings unter einem erfahrenen Skipper und mit einer bis zum Start mir unbekannten Crew. Bei unser Ankunft auf Horta stand eigentlich fest, dass ich diese Strapazen nicht wiederholen wollte. Aber schon nach wenigen Tagen kehrte die alte Begeisterung zurück. Heute möchte ich die Erfahrung nicht missen und auch der Austausch an Kenntnissen unter den Crewmitgliedern war Gold wert.
Schon kurz darauf lernte ich Andy, einen Bootseigner einer Malö 32, kennen. Er lud mich zu einem Törn vor Lettland ein. Aus dieser Zeit resultiert eine andauernde Freundschaft. Wir beschlossen: „Sobald wie möglich planen wir gemeinsam nach St. Petersburg zu segeln“.
Alles in Allem kann ich somit auf mehr als 10.000 nm zurückblicken. Fast ausschließlich fuhr ich als Skipper, hatte aber in den wenigen Fällen, wo andere die Verantwortung an Bord hatten, das Glück, Bootsführer mit endlosem Erfahrungsschatz kennen zu lernen.
Wie man so schön sagt: „Man lernt nie aus“ – und ich bin noch immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und Aufgaben.

Daher soll es nun an Bord meiner Kallsup im Mai von Göteborg aus auf Reise gehen. Das Ziel ist der Weg. Fest steht nur das wir beide, Kallsup und ich, uns im ersten Sommer durch den Götakanal manövrieren wollen. Wann wir dann, von den östlichen Scheren aus, in die östliche Ostsee starten werden, und wo es uns hin verschlägt, ist ungewiss und wird die Zukunft zeigen.

So wie die Bugwelle das Vorankommen veranschaulicht, symbolisiert das Kielwasser die Vergänglichkeit menschlichen Tuns.